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Schneiden

Entspitzen und Ausgeizen

Diese Arbeit wird mit bloßen Händen an Laub verrichtet, das giftig sein kann; danach gründlich die Hände waschen und entfernte Triebe und Blätter von Kindern und Haustieren fernhalten. Tomaten-, Kartoffel- und Rhabarberblätter sind beim Verzehr allesamt giftig (Rhabarberstiele sind unbedenklich, die Blätter nicht). Beim Ausputzen von Zimmerpflanzen wie Feigen (Ficus), Wolfsmilcharten und Weihnachtsstern kann der Milchsaft Haut und Augen reizen; daher Handschuhe tragen und sich nicht das Gesicht reiben.

Wo du Hilfe bekommst
Bei einer Vergiftung die Giftinformationszentrale (Giftnotruf) des jeweiligen Bundeslandes; sonst die Hausarztpraxis oder der ärztliche Bereitschaftsdienst (116 117); im Notfall der Notruf 112.

Das Ausgeizen hält eine eintriebige Pflanze auf einem einzigen Haupttrieb, sodass ihre Kraft in weniger, aber größere Früchte geht statt in eine Masse blättrigen, wuchernden Wuchses, der schwer zu stützen ist und wenig bringt. Beim Entspitzen buschiger Pflanzen ist es umgekehrt: Es nimmt den Leittrieb weg, sodass die Pflanze weiter unten Seitentriebe bildet und voller und stabiler wird, mit mehr Blüten- oder Fruchtansätzen. Das Köpfen einer eintriebigen Pflanze spät in der Saison stoppt ihr Weiterwachsen und lenkt den Rest der Saison in das Ausreifen der bereits angesetzten Früchte.

Wann

Das macht man in der Wachstumszeit immer wieder in kleinen Schritten, vom späten Frühling an, sobald die Pflanzen kräftig wachsen, den ganzen Sommer hindurch. Bei Stabtomaten, Auberginen und anderen eintriebig gezogenen Kulturen alle paar Tage nach Seitentrieben schauen, am besten bei jedem Gießen, und sie ausbrechen, solange sie klein sind. Die Triebspitzen buschiger Pflanzen wie Basilikum, Duftwicke, Fuchsie und vieler Beetpflanzen entspitzen, solange sie jung und ein paar Blattpaare hoch sind, damit sie sich verzweigen. Stabtomaten köpfen, indem man die Spitze des Haupttriebs entspitzt, sobald er das obere Ende der Stütze erreicht hat oder im Freien etwa vier, unter Glas etwa sieben Blütenstände angesetzt sind.

Wie

Bei Seitentrieben an Tomaten und anderen eintriebigen Kulturen die kleinen Triebe suchen, die in der Achsel zwischen Haupttrieb und Blatt wachsen, und sie mit Daumen und Zeigefinger ausbrechen, solange sie jung und weich sind. Größere Triebe lassen sich mit einer sauberen Gartenschere sauber abschneiden. Zum Entspitzen die äußerste Spitze des Haupttriebs oder eines Seitentriebs knapp über einem Blattpaar herausnehmen, ebenfalls mit Daumen und Zeigefinger. Bei trockenem Wetter arbeiten, damit die kleinen Wunden schnell heilen, und das Abgenommene in einen Eimer geben, statt es auf der Erde liegen zu lassen. Danach die Hände waschen, besonders nach dem Umgang mit Tomaten- und Kartoffellaub.

Hinweise

Die Maßnahme muss zur Pflanze passen. Bei Stabtomaten (eintriebig), Auberginen und Gurken werden die Seitentriebe entfernt; Busch- und Hängetomaten brauchen kein Ausgeizen und bleiben unberührt. Bei Basilikum, Duftwicke, Fuchsie, Buntnessel und vielen Beetpflanzen wird die Triebspitze ausgekniffen, damit die Pflanzen buschiger wachsen, nicht um Seitentriebe zu entfernen. Spitzen und weiche Triebe sind oft sehr kurz und leicht zu übersehen, daher ist ein regelmäßiger kurzer Blick besser als eine gelegentliche große Aktion. Ausgekniffene Basilikumspitzen sind in der Küche verwendbar; Seitentriebe von Tomaten und Kartoffeln sind nicht essbar.